Über Hubert Sigmund
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...Er fragte mich irgend etwas auf Tschechisch, was ich leider nicht verstand. Da zeigte ich mit dem Zeigefinger auf seine Stiefelspitzen, setzte eine Kennermiene auf und mit dem Kopf nickend, sagte ich zu ihm: "Prima Stiefle.

Ganz wahrscheinlich dachte der Herr Offizier, daß ich ihn irgendwie verscheißern wollte, denn ich bekam auf einmal eine fürchterliche Ohrfeige und fühlte, wie sich seine Stiefelspitzen in meinen Hintern bohrten...



Hubert zur Erholung am Ballaton.

Er sah verschiedene Regime kommen und gehen. Das war für ihn Grund genug, diese Ereignisse literarisch zu verarbeiten. Sozusagen druckfrisch liegt nun das kleine Buch mit dem Titel "Das Haus in der Stechergasse" vor, in dem Geschichten aus den Jahren von 1938 bis 1947 erzählt werden, die den Leser sowohl betroffen machen als auch so manches Mal schmunzeln lassen. In jene Zeit fällt auch ein Schlüsselerlebnis des Kindes Hubert, als es das erste Mal mit sogenannter staatsfeindlicher Musik konfrontiert wird, dem Jazz.

Musik begleitet dann Hubert Sigmund sein gesamtes weiteres Leben, doch mehr als Kür. Zur Pflicht wird der solide Beruf des Maschinenschlossers, den er erlernt. Nebenbei erhält er Musikunterricht im Fach Schlagzeug. Mitte der fünfziger Jahre war Hubert Sigmund Mitglied verschiedener Orchester. Er erwarb den Berufsmusiker-Ausweis und erhielt ein Engagement in einer Bar in Teplice. Das Schlafzeug blieb sein Instrument. Als er im Jahre 1967 mit einem Orchester auf Tournee durch die DDR ging, kam es zu einem Wendepunkt in seinem Leben. Er lernte eine Zschopauerin kennen, die er schließlich heiratete, und er beantragte die Aussiedlung aus der CSSR.

Seine inzwischen erwachsenen Kinder - zwei Söhne und eine Tochter - haben die Vorliebe für Musik vom Vater geerbt. Und gemeinsam ist die Familie im musikalischen Milieu auch zu Hause. Ein ganz besonderer Traum wurde für Hubert Sigmund Wirklichkeit. Mit seiner Tochter, deren Vorliebe der Jazz-Musik gehört, begab er sich auf Fahrt über den großen Teich, nach New Orleans. Auf dem Schiff war es ihm vergönnt, sein Können am Schlagzeug unter Beweis zu stellen, und das mit Erfolg. Und wie´s mit dem Schreiben so ist, auch das hat der Musiker aus Passion inzwischen herausgefunden. Vielleicht darf man auf weitere Veröffentlichungen gespannt sein.


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